19. Dezember

Mullah Nasruddin und die Pfanne
Anonym

Eines Tages borgte sich Mullah Nasruddin von seinem Nachbarn eine gro├če Pfanne. Nachdem sie ihm ihren Dienst geleistet hatte, brachte er sie zurück und gab dem Nachbarn zugleich ein kleines Pfännchen.
"Wieso bringst du mir denn noch ein Pfännchen?" fragte der Nachbar verwundert.
"Ach," antwortete Mullah Nasruddin, "die Pfanne war schwanger, und das ist das Junge."
Der Nachbar wollte sich nicht darüber beklagen und nahm beides in Empfang.
Kurze Zeit später ging Nasruddin wieder zu seinem Nachbarn, um die Pfanne noch einmal zu entleihen. Fünf Tage wartete der Nachbar, dass der Mullah ihm die Pfanne zurück brächte, doch er wartete vergebens. Da ging der Nachbar schließlich zu Nasruddin, klopfte an seine Tür und bat ihn um seine Pfanne.
Mullah Nasruddin machte ein betrübtes Gesicht und sprach: "Wohl ergehe es dir, aber deine Pfanne ist gestorben."
"Ja kann denn eine Pfanne sterben?"
"Natürlich," antwortete Nasruddin, "und warum solltest du es nicht glauben wollen, wo du dich doch auch keine Sekunde darüber gewundert hast, dass sie ein Junges bekommen hat!"