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Prachtvolle Sommerresidenzen der Wittelsbacher

München und seine unmittelbare Umgebung sind reich an Landschlössern. Die bekannteste Anlage ist die von Nymphenburg. Hier steht das größte Barockschloß Deutschlands. Im Innern faszinieren heute insbesondere der Steinerne Saal, Produkte der Nymphenburger Porzellanmanufaktur und die Schönheitengalerie König Ludwigs I., der von Joseph Stieler die hübschesten Frauen der Zeit, darunter auch seine Mätresse Lola Montez, malen ließ. Der Marstall birgt die Prunkkutschen der Wittelsbacher.
Charakteristisch für Nymphenburg sind im Park die Schlößchen. Die Amalienburg, die Kaiser Karl VII. für seine Frau Amalie bauen ließ, gilt als das edelste Rokokoschlößchen der Welt. Es wurde 1739 von Cuvilliés und J.B. Zimmermann fertiggestellt. Die 1721 von Effner vollendete Badenburg ist das erste nachantike Hallenbad Europas. Hier vergnügten sich die Kurfürsten mit ihren Mätressen.
Nicht unterlassen sollte man den Besuch der nahen Blutenburg. Sie gehört zu den idyllischsten spätgotischen Ensembles. Hier legte Herzog Sigismund 1460 den ersten deutschen Zoo an.
"Ihm war wohl mit schönen Frauen und mit weißen Tauben, Pfauen, Meerschweinchen und Vögeln und allen seltsamen Tieren",
schrieb ein Chronist. Für die Kirche malte Pollack 1491 den Hochaltar.
Knapp außerhalb der nördlichen Stadtgrenze leuchtet Schleißheim. Das Neue Schloß ließ Kurfürst Max Emanuel errichten. Architekten waren Zuccalli und Effner. An der Ausstattung wirkten Cuvilliés und Cosmas Damian Asam mit.
Am Ende des Parks, der einer der ganz wenigen deutschen Barockanlagen ist, steht das 1684 bis 1688 von Zuccalli erbaute Schloß Lustheim mit seiner großartigen Meißner Porzellansammlung. Nur wenige Kilometer von Schleißheim entfernt ergänzen die Schlösser von Dachau und Ismaning das fürstliche Besuchsprogramm.


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