Vorhang auf für Rheingold und Aida
Von den 70 Theatern gehören die Musikhäuser zu den
bedeutendsten des Kontinents. Das zauberhafteste und intimste ist das
Cuvilliéstheater in der Residenz. Der 1753 eingeweihte
Musentempel gilt als der Inbegriff eines Rokokotheaters. Vater und
Sohn Cuvilliés haben den Hauptanteil an diesem architektonischen
Kleinod. Kurfürstenloge, Atlanten und Karyatiden, Putti und
Lüster dazu Musik der Barock- und Rokokoära machen einen
Theaterbesuch zu einem unvergeßlichen Erlebnis. 1781 fand hier im
Beisein Mozarts die Urauftührung seines "Idomeneo" statt.
Die große Oper aber ist in München das Nationaltheater am
Max-Joseph-Platz, wo seit 1835 das Denkmal des ersten bayerischen
Königs steht. Max I. Joseph hat auch die Oper bauen lassen.
Architekt war Karl Fischer. Den Giebel schmücken Pegasus und
Grazien mit Schmetterlingsflügeln. Innen ist eine gigantische
Beleuchtungsanlage installiert. Hier dirigierten Strauß, Egk,
Karajan, Knappertsbusch und Kubelik. Gesungen und getanzt haben auf
der Bühne "die schwedische Nachtigall" Jenny Lind und Kurt
Böhme, Ingeborg Hallstein, Lola Montez und Fanny Elsler. Im Haus
wurden mehrere Opern von Richard Wagner uraufgeführt. Manches Werk
des Meisters hörte sich König Ludwig II. hier ganz allein
an.
Als eigenes Wagner-Festspielhaus baute 1901 Max Littmann das
Prinzregententheater. Denkwürdige Aufführungen fanden hier
statt. Bruno Walter und Georg Solti standen am Pult. 1917 wurde hier
"Palestrina" von Hans Pfitzner uraufgeführt, 1948 "Abraxas" von
Werner Egk. Das Haus war Thomas Manns Lieblingstheater.
Die leichte Muse ist schließlich dem Gärtnerplatztheater und
dem Deutschen Theater vorbehalten. Das Haus am Gärtnerplatz wurde
1865 als Aktien-Volkstheater errichtet. Johannes Heesters, Hans Albers,
Richard Tauber und Katharina Schratt, Freundin des österreichische
Kaisers Franz Joseph, feierten hier Triumphe.
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