Maximilianstraße, Europas erste grüne Avenue
Keine Route erinnert so sehr an das mondäne München wie jene
von der Brienner- über die Maximilianstraße zum
Maximilianeum. Ausgangspunkt ist das Palais Arco-Zinneberg an einem der
idyllischsten klassizistischen Plätze Europas, dem
Wittelsbacherplatz, auf dem eines der besten Denkmäler
Deutschlands steht: das 1839 enthüllte und von Thorvaldsen
geschaffene Reiterstandbild für Kurfürst Maximilian I.
Nach Süden führt dann der Weg zur 1494 erbauten
Salvatorkirche, die heute ein griechisch-orthodoxes Gotteshaus ist. Im
Kontrast dazu die nobelsten Adelspaläste in der nahen
Prannerstraße. In der Kardinal-Faulhaber-Straße baute von
1733 bis 1737 Cuvilliés für die Mätresse des Kaisers
Karl VII. das Palais Holnstein. Hier residiert heute der Erzbischof,
bei dem 1987 Papst Johannes Paul II. eine bayerische Brotzeit machte.
Die Pläne für das Preysing-Palais hinter der Feldherrnhalle
stammen von Joseph Effner. Das Treppenhaus dieses 1728 erstellten
Palastes würde eine großartige Kulisse für eine
Rosenkavalieraufführung abgeben.
Wir schlendern jetzt zur Maximilianstraße, deren Entree die 1839
von Klenze neugestaltete Hauptpost ist. Die Avenue selbst gilt heute
als eine der vornehmsten und teuersten Straßen Europas.
Friedrich Bürklein hat sie konzipiert und durch die Anlagen im
Mittelteil zur ersten grünen Straße Europas gemacht.
Bekanntester Bau ist das Hotel "Vier Jahreszeiten". Gegenüber
sind die Kammerspiele, das einzig erhaltene Jugendstiltheater
Deutschlands und eine der herausragenden deutschsprachigen Bühnen.
Hier wirkten Bert Brecht, Therese Giehse und Gustaf Gründgens.
Nahe den Kammerspielen steht das weltberühmte Hofbräuhaus.
Weil man 1589 in der Residenz sauer auf das schlechte Münchner
Bier war, gab der Herzog Befehl, ein eigenes Brauhaus zu bauen. Von
nun an entwickelte sich die Sudstätte zu einem weithin bekannten
Haus. In der Gaststätte zechten George Bush und die Begum,
Bernstein und Kaiserin Sissi Ludwig Thoma und der "Engel Aloisius".
Zurück zur Maximilianstraße! Beim Blick nach Osten
fällt sofort das Denkmal des Königs Maximilian II. auf. Vor
ihm rechts das Völkerkundemuseum, das mit 300.000 Objekten
für jeden Besucher etwas bietet. Die Prachtstraße
schließt hoch über der Isar das Maximilianeum ab. Der
König hatte es einst für die gescheitesten Knaben seines
Reiches bauen lassen. Heute ist es Sitz des Bayerischen Landtags und
Senates.
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