Der zeitliche Himmel
Fünf Jahrhunderte und Menschen aus allen Kontinenten begegnen uns
beim Bummel durch die Altstadt. Als 1730 ein Brüsseler Sticker
hier einen Auftrag bekam, jubelte er, ihm sei "der zeitliche
Himmel" beschieden.
Mittelpunkt der Stadt ist die
Mariensäule auf dem Marienplatz. Wenn die Stadt während des
Dreißigjährigen Krieges unversehrt bleibt, so schwor
Kurfürst Maximilian I., werde er diese Gedenksäule errichten.
Tatsächlich kam München heil davon. Überragt wird das
von Hubert Gerhard angefertigte Kunstwerk vom Neuen Rathaus, das im 19.
Jahrhundert Georg Hauberrisser baute. Das Glockenspiel am Turm ist eine
ausgesprochene Gästeattraktion, die an zwei bemerkenswerte
Ereignisse der Stadthistorie erinnert: an den Tanz der Schäffler
nach der Pest 1517 und an die prachtvolle Hochzeit des Herzogs Wilhelm
V. mit Renate von Lothringen 1568.
Unser Weg führt uns jetzt westwärts zum Liebfrauendom dessen
Architekt Jörg von Halsbach war. Das Gotteshaus ist eine der
größten spätgotischen Kirchen Europas. Die Steine sind
rund 500 Jahre alt, die Türme 100 Meter hoch und die "welschen
Hauben" das unverwechselbare Kennzeichen. Innen ist das Grabmal Kaiser
Ludwigs das kostbarste Kunstwerk. Unbedingt sehenswert sind weiter:
"Maria im Ahrenkleid", ein Gemälde von Jan Pollack, und die
Flachreliefs "Marienleben" von Ignaz Günther. Unweit des Doms der
Promenadeplatz mit dem Nobelhotel "Bayerischer Hof" und dem Wohnhaus
des Barockbaumeisters Johann Gunetzrhainer.
Zurück zur Fußgängerzone! Wir treffen auf das Jagd- und
Fischereimuseum und auf St. Michael, die größte
Renaissancekirche nördlich der Alpen. Sie hat nach St. Peter in
Rom das zweitgrößte Tonnengewölbe. Mit dem Bau wollte
Wilhelm V. Bewohner und Besucher der Stadt von der Richtigkeit des
katholischen Glaubens überzeugen. Hier wurde 1823 Napoleons
Stiefsohn Eugen Beauharnais bestattet. Das Grabmonument schuf
Thorvaldsen. In der Gruft ruht Bayerns "Märchenkönig" Ludwig
II.
Wenige Meter weiter der Bürgersaal. Das bedeutendste Kunstwerk
dieser Kirche ist die Verkündigungsgruppe von Ignaz Günther.
Durch das mittelalterliche Karlstor erreichen wir den Karlsplatz, den
die Münchner "Stachus" nennen.
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