Das Fest
Eine Lebensfreude ganz besonderer Art erfüllt die Stadt, wenn im
September eines jeden Jahres die geschmückten Prunkwagen der
Brauereien auf die Theresienwiese ziehen und der Oberbürgermeister
das erste Bierfaß ansticht, wenn "ozapft" ist, wie die
Münchner sagen.
München hat mehrere Volksfeste, so die Auer Dulten, das
Frühlings- und Olympiaparkfest. Das Oktoberfest aber überragt
alle. Es ist das größte Volksfest der Welt und lockt
Millionen Menschen aus allen Erdteilen an. Erstmals traf man sich hier
1810, als der damals 24jährige Kronprinz Ludwig, der spätere
König Ludwig I., die 18jährige Therese von
Sachsen-Hildburghausen heiratete. Aus Anlaß dieses Festes lud die
Residenz die Bewohner zu einem Pferderennen auf die Wiese in der
Nähe des Dorfes Sendling ein. Zur allgemeinen Freude wurden auch
Bier und Brotzeit spendiert. Den Platz selbst nannte man nach der
jungen und hübschen Braut: Theresienwiese. In Erinnerung an
diesen schönen Tag strömten die Münchner von nun an Jahr
für Jahr auf die "Wies'n", wie man heute kurz und bündig zu
dem Fest und Festplatz sagt.
Über die Bier- und Schützenzelte, die schunkelnden und
schaukelnden Menschen, die Karusselle und Kaufbuden hält seit 1850
die Bavaria ihre schützende Hand. Sie ist eine der bedeutendsten
Gußleistungen der Welt. Der Entwurf dazu stammt von Ludwig
Schwanthaler, gegossen hat sie Ferdinand Miller. Die Ruhmeshalle von
Klenze birgt die Büsten hervorragender Bayern.
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