Der Münchner Fasching - das ist nicht ein Forum geistreicher
Büttenreden, sondern vielmehr eine Festzeit der Gaudi und
Gemütlichkeit, des Tanzens und Flirtens, der originellen
Kostüme und heißen Rhythmen. Und wenn auf den diversen
Bällen Sinne erregt und Herzen bewegt werden, dann kommt das
Bewußtsein, in einer lebenslustigen Stadt zu sein. Regiert wird
der Trubel von jungen Faschingsprinzessinnen (mit kleinen Kronen und
großen Dekolletees) und deren Prinzen. Beide ziehen mit Hallo in
die jeweilige Faschingshochburg ein.
Viele Generationen haben von den Bällen und Redouten
geschwärmt. In seinem "Doktor Faust" setzte Thomas Mann dem
Münchner Fasching mit seinen
"lockeren und verbrüdernden
Wochen" sogar ein literarisches Denkmal, Wilhelm Busch bekannte in
Gedichtform, auch er habe sich In dieser närrischen Zeit gern und
oft vergnügt -
"besonders und zu allermeist in einer
Stadt, die München heißt."
Freilich die Geistlichen wetterten gegen die Pierrots und Prinzessinnen
Kolumbinen und Haremsdamen.
"Die Zeitvertreibungen
der Faßnacht seynd sündhaft",
heißt
es in einer Predigt des 18. Jahrhunderts.