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Brauchtum zwischen Bergen, Seen und Barock

Bayern ist
"sehr gut, lieblich anzusehen",
schrieb um 770 der erste deutsche Schriftsteller Arbeo.
"Bayern ein fruchtbares und durchaus herrlich bebautes Land".
So lautete 1807 das Urteil Eichendorffs. Und für Papst Pius XII. war Bayern
"eine zweite Heimat, deren grünende Fluren und stille Wälder, deren ragende Berge und blaue Seen, deren Bergkirchlein und Dome, deren Almhütten und Schlösser"
ihm außerordentlich gefielen.
Auch heute noch zieht das Land, vor allem Oberbayern, die Menschen in seinen Bann. Es ist viel geboten. Von Garmisch-Partenkirchen aus erreicht man die Zugspitze, den höchsten Berg Deutschlands, von Berchtesgaden fährt man in das Salzbergwerk, das mit dem unterirdischen "Salzsee" das größte Sinkwerk der Welt hat. In Raisting steht die erste Erdfunkstelle Deutschlands, in Burghausen die größte Burganlage Europas. Dann ist das Oberland ein alter Kulturboden. In Tegernsee, wo auch Walther von der Vogelweide weilte, wurde der erste deutsche Roman geschrieben, in Andechs wird ein vorzügliches Bier ausgeschenkt. In Oberammergau finden alle zehn Jahre die weltbekannten Passionsspiele statt. Mittenwald ist ein berühmter Geigenbauort, und in Benediktbeuern stellte Fraunhofer schlierfreies optisches Glas her.
Charakteristisch für das bayerische Oberland sind vor allem die Bräuche, Barockkirchen und Bauernhäuser. Das Maibaumaufstellen, die Bandltänze und Schützenumzüge, dazu die Gotteshäuser von Schäftlarn, Weyarn, Dießen, Baumburg, Rott und die Kirche in der Wies gefallen den Besuchern genauso wie die Häuser mit ihren Lüftlmalereien und geranienüberladenen Balkonen. Im übrigen bestätigen eine Dampferfahrt zum Schloß Herrenchiemsee oder auf dem Königsee, eine Radtour von Laufen nach Miesbach oder eine Floßfahrt auf der Isar das Urteil des großen bayerischen Historikers Aventin, der 1526 schrieb:
"Nirgends lebt und liegt man besser".


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