| 1992: Die Anfänge |
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Die Geschichte von LEO läßt sich bis ins Jahr 1992 zurückverfolgen.
Zum damaligen Zeitpunkt gab es im Münchner Hochschulraum eine Reihe
von FTP-Servern, die unabhängig voneinander (von verschiedenen
Institutionen) verwaltet wurden. Dadurch waren viele Softwarepakete
mehrfach vorhanden, Verwaltungsarbeit fiel mehrfach an, und für den
Anwender war die Suche nach einem bestimmten Paket sehr aufwendig.
Aus dieser Problematik heraus entstand eine arbeitsintensive Kooperation
einiger studentischer Enthusiasten. Insbesondere sind Markus Stumpf,
Armin Gruner, Anton Hartl, Beate Fuhrmann, Robert Hofer und
Robert Stabl zu nennen, die diesen Mißständen abhelfen wollten,
durch ein Archiv,
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dessen Angebot über mehrere Server verteilt werden konnte,
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das dem Anwender einen transparenten Zugriff unabhängig von der
physikalischen Ablage eines Pakets zur Verfügung stellte,
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das durch eine übersichtliche Verzeichnisstruktur einen effizienten
Zugriff erlaubte.
Aus diesen Überlegungen heraus entstand der Münchner Informations
Verbund (MIV), dessen Verzeichnisstruktur sich aus der
Newsgroup-Hierarchie des Usenets
ableitete. Eigene Prüfprogramme sicherten die Konsistenz der
Datenbestände auf den verschiedenen Servern. Zur Beschreibung der
einzelnen Pakete wurde das IAFA-Konzept eingesetzt, und über die
Beschreibungsdateien eine Stichwortsuche realisiert. In eigenen
Newsgroups wurden aktuelle Informationen zum Archiv abgelegt.
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| 1993: WWW an der ISAR |
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1993 entdeckten einige Mitarbeiter des MIV das World Wide Web
für sich. In diesem Bereich haben vor allem Markus Stumpf, Achim Jung,
Beate Fuhrmann und Wolfgang Klimt Pionierarbeit geleistet.
Da sich der Umfang des Angebots erweitert und auch die
Teilnehmerstruktur geändert hatte, wurde ein neuer Name gefunden -
Informationssysteme und Archiv München (ISAR).
Im Angebot des neuen WWW-Bereichs waren unter anderem enthalten
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eine Fülle von Einstiegspunkten ins World Wide Web, insbesondere auch
die erste Version der Karte deutscher WWW-Server, die damals
von Thomas Gerstner verwaltet wurde,
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erweiterte Informationen zu ausgewählten Bereichen des
FTP-Archivs, mit aktuellen Hinweisen, FAQs, etc.
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| 1994-1996: LEO - Link Everything Online |
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Innerhalb eines Jahres entwickelte sich ISAR zu einem umfangreichen und
beliebten Informationssystem. Doch wurde dem "Informations-Fluss" bald
Einhalt geboten, da der Name ISAR mittlerweile kommerziell belegt war
und wir uns zum Verzicht gezwungen sahen.
Ein neuer Name - der wiederum einen Bezug zu München haben sollte -
wurde gesucht, und im Mai 1994 mit LEO. LEO war sowohl
Reminiszenz an den bayrischen Löwen, als auch, in echt bayrischem
Understatement, die Abkürzung für Link Everything
Online. Die Domain leo.org wurde von Armin Gruner
erworben und am 5. Juni 1994 aktiviert. Das von Löwen-Icons geprägte
LEO-Angebot umfasste eine Fülle neuer Angebote:
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Besondere Berücksichtung erfuhr LEOs Heimatstadt München durch die
Bereitstellung von Stadtinformation in, um und aus der Weltstadt mit
Herz. LEO war vermutlich der erste Server, der in größerem Umfang
Stadtinformation für München lieferte.
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Um in den gewachsenen Strukturen von LEO und des WWW allgemein die
Orientierung zu erleichtern, wurden eine Volltextsuche eingerichtet,
sowie ein Mirror des WWW-Indexsystems Aliweb aufgesetzt.
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Das Software-Archiv - nach wie vor das Herz von LEO - wurde von
Karl Ewald um einen WWW-basierten Zugang erweitert, der durch
seine einfache Handhabung wesentlich zum zunehmenden Erfolg von LEO
beitrug.
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Aufgrund der geringen Verfügbarkeit von Wörterbüchern im WWW wurde
von Achim Jung 1995 ein Deutsch-Englisch Wörterbuch aufgesetzt, das
durch die Mitarbeit zahlreicher Helfer bald einen respektablen Stand
erreichte.
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Für Freunde des Films war auf LEO lange Zeit ein Mirror der
Movie-Database verfügbar. Dieser mußte nach Kommerzialisierung der
MDB aufgegeben werden.
Wie groß die über den Münchner Raum hinausgehende Ressonanz auf das
Angebot war, zeigt sich in der Zahl von über einer Million WWW-Zugriffen
pro Woche, die 1995 erreicht wurde.
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| 1997-1999: Restrukturierung von LEO, die Erste |
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Nach fünf Jahren WWW-Angebot wurde es Zeit, eine Revision von LEO
vorzunehmen. Der steile Aufstieg des WWW spiegelte sich in einer
stetig wachsenden Zahl von Servern und angebotenen Informationen wieder.
Neben den privaten Homepages entwickelten sich Suchmaschinen und
kommerzielle Angebote, denn das WWW erwies sich nicht nur als technische
Spielwiese, sondern auch als eine Einnahmequelle. Ein von
Teilzeit-Amateuren betriebener Service wie LEO sah sich damit
großen Herausforderungen gegenüber:
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Die große Menge freiwilliger Mitarbeiter - die Zahl derjenigen, die zu
LEO betrugen und noch beitragen, hat die 100 weit überschritten
- brachte einen Wildwuchs an Gestaltung und Inhalten mit sich.
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Die ständig wachsende Konkurrenz verlangte nicht nur eine
technische Aktualisierung der eingesetzten Rechner und
Netzanbindungen, sondern brachte darüber hinaus die Notwendigkeit für
Methoden zur übersichtlichen Präsentation des Angebots,
zur Erarbeitung eines Style Guides, zur automatisierten Generierung
der Angebotsseiten, zur Gewinnung von Statistikdaten, zur
Realisierung einer aussagekräftigen Suche, etc. mit sich.
Das Ergebnis der Revision führte zu zahlreichen Neuerungen,
von denen hier nur einige aufgeführt werden können:
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Schnellübersicht über das Angebot mittels einer Strukturkarte.
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Einheitliches Layout und Navigieren im HMTL-Bereich durch
Einbettung der Seiteninformation in einen normierten Rahmen.
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Die bislang verstreut und nach jeweiliger Sammel-Leidenschaft eher
willkürlich im Angebot verstreuten Links wurden als Web-Katalog im
neuen Bereich der Informations-Dienste zusammengefasst und geordnet.
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Die Hauptverantwortlichkeit für das Deutsch-Englisch-Wörterbuch war
inzwischen an Peter Kai Wimmer übergegangen, der es zusammen
mit Mike Gendreyzig, Stephan Haslbeck und Marc
Sihling, unterstützt von zahllosen Einsendern, zu erster
Größe führte, sowohl was das Vokabular als was die Zugriffe
betrifft.
Die 1997 und 1998 vorgenommene Neugestaltung war das Ergebnis zahlloser
abendfüllender technischer und organisatorischer Diskussionen. Die
erfolgreiche Umsetzung war insbesondere das Verdienst von Björn Bores,
Daniel Lang, Jürgen Lesny und Christian Werner, Koordination
Hans (Kili) Riethmayer. Unterstützt wurde die Gruppe mit
technischem Know-How von Elmar Bartel, Armin Gruner und Markus
Stumpf.
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| 2000: Restrukturierung von LEO, die Zweite |
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Es zogen nur zwei Jahre ins Land, bis LEO seine Position erneut
überdenken musste, vor allem auf Grund der weiterhin stürmischen
Entwicklungen im WWW und Personalfragen:
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Viele der alten Mitarbeiter, die in den vorausgegangenen Jahren LEO
geprägt hatten (u.a. Elmar Bartel, Björn Bores, Stephan
Haslbeck, Wolfgang Klimt, Christian Werner, Kai Peter Wimmer),
beendeten mit dem Weggang von der Universität auch weitgehend ihre
Aktivitäten für LEO.
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Auch wenn das Software-Archiv in vielen Bereichen noch konkurrenzfähig
war - der Dank geht an Björn Bores und Daniel Lang
die eine
Vielzahl von Mirrorn warteten - das LEO-Archiv hatte seinen Zenit
überschritten. Der Aufwand, der bei spezialisierten Windows-,
Linux-, Spiele- u.ä. Sites bei der Angebotspflege betrieben wurde,
konnte von LEO nicht erbracht werden. Eine Werbeaktion unter den
Studienanfängern für diese Tätigkeit brachte nur geringen Erfolg.
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Klammheimlich hatte das Deutsch-Englisch Wörterbuch den
Aufstieg zum Spitzenreiter bei den Zugriffen auf die LEO
Angebotsbereiche errungen. Ein Anstieg, der gemischte Gefühle
erzeugte: Die eingesetzte Software (Apache, Pearl-Scripten,
WAIS-Datenbank) brachte die nach damaligen Verhältnissen
leistungsstarke Workstation bei vier Anfragen pro Sekunde an
ihre Grenzen. Lange Wartezeiten, Fehler bei der
Auslieferung der Suchergebnisse und, damit einhergehend, wachsende
Nutzerunzufriedenheit waren die Folgen.
Die dringliche Erlösung aus dieser Notlage konnte nur von einem
"Besessenen" kommen: Innerhalb seiner lediglich vierzehn Tage
Weihnachtsurlaub programmierte Elmar Bartel seinen 'dictQuery',
die erste Version seiner bis heute eingesetzten Wörterbuchsoftware.
Natürlich wäre dies in der Kürze der Zeit nicht ohne bereits vorhandene
Hilfsmittel möglich
gewesen, doch der Programmierer aus Leidenschaft verfügte zum Glück
über genügend Eigenentwicklungen, die aus so ungwöhnlichen Hobbys wie
dem Märchenschach herrührten.
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| 2001-2005: Hinwendung zum Wörterbuchangebot |
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Vor der Entwicklung des Wörterbuchbereichs einige Anmerkungen zu
weiteren Angebotsteilen:
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Auf Anregung von Prof. Broy wurde von Andreas Paul
eine Jobbörse programmiert, die gerade in ihrer Anfangsphase eine
erfreuliche Anzahl von Stellenangeboten vorweisen konnte.
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Durch Prof. Knoll wurde LEO um das Angebot der
Karl-May-Gesellschaft erweitert.
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Die von Christian Werner ursprünglich eingebrachte
Cocktailbar hat ihre Beliebtheit bei den LEO-Nutzern ungebrochen
erhalten.
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Das Software-Archiv erzielte trotz großer Konkurrenz bis zum
Weggang von Daniel Lang ein enormes Daten-Transportvolumen.
Alle Meilensteine der Entwicklung des Wörterbuchbereichs aufzuzählen
würde den Geschichtsabriss sprengen. Stattdessen nur eine kurze Skizze:
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Die Leistungsfähigkeit des dictQuery hielt der Anfragesteigerung
stand, wobei die im Jahr 2006 laufende Version nichts mehr mit
derjenigen des Jahres 2000 gemein hat. Waren es im Juni erstmals
300.000 Wortanfragen am Tag, die der dictQuery bewältigen musste,
so waren es anfangs 2005 sage und schreibe bereits über fünf
Millionen.
Dieser Erfolg ermöglichte es, die Übersetzerinnen
Verena Nutzinger, Katrina Moorwood, Michaela Scherer,
Doris Leibold und zuletzt Mercè Escoda anzustellen.
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Das Wörterbuchangebot konnte erweitert werden um eine
Deutsch-Französisch Variante, ein gut genutztes Diskussionsforum
und einen Vokabeltrainer.
Am ersten April 2006 wurde der Wörterbuch-Service von der LEO GmbH in
Betrieb genommen. Und auch wenn sich einiges seitdem gewandelt hat: Der
LEO-Gedanke eines kostenlosen, interessanten Angebots und das Team sind
unverändert geblieben (-:.
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