Derjenige aber, der die unerlässlich notwendige Bearbeitung des Pferdes übertreibt, der sie zum Selbstzweck erhebt, kann ein Pferd bekommen, das durch die korrekte Schönheit seiner Haltung und durch den Schwung der Gänge das Auge besticht; aber im Terrain ist es, weil unbeholfen, unzuverlässig, es hat verlernt, sich auf sich selbst zu verlassen, es ist dumm geworden; gar viele hervorragende Reiter gibt es, die den höchsten Triumph ihrer Dressurkunst darin erblicken, das Pferd zur Maschine gemacht zu haben, die an den Baum rennt, wenn sie der Lenker nicht sachkundig vorbeisteuert.
Das Pferd wird durch die Bearbeitung in Gleichgewicht gebracht, damit man es draussen vertrauensvoll frei gehen lassen kann; gar viele aber meinen, daß sie auch draussen beständig ihr Pferd zu bearbeiten und es beständig in vollkommenere Haltung und Stellung zu bewahren haben.
Dass viele Pferde draussen nervvs gemacht und ruiniert werden, sei nur nebensdchlich bemerkt neben der Tatsache, dass solche beständig im Zwang zwischen Schenkel und Zügel gehaltene Pferde vielfach jedes unvorbereitete Vorkommnis zum Versuche benutzen, sich von dem ewigen sie marternden Zwang zu befreien."
General Ulrich Wille, 1838-1925
weiland Waffenchef der Kavallerie und Oberbefehlshaber der Schweizer
Armee