Bodenarbeit dient normalerweise dazu, ein Pferd vor dem ersten Aufsitzen auszubilden. Immer mehr wird aber auch ihr Wert für schon ausgebildete Pferde erkannt. So ist die Bodenarbeit auch eine wunderbare Alternative zum Reiten, wenn ein Pferd krank oder alt ist oder einfach mal wieder Abwechslung braucht. Durch die Bodenarbeit achtet das Pferd mehr auf die Körpersprache seines Ausbilders und auch der Ausbilder wird sich seiner eigenen Körpersprache viel stärker bewußt.
In den USA wurde ein spezielles Programm aus Bodenarbeit und Körperberührungen (T.Touch) entwickelt (genannt T.T.E.A.M.), das sich besonders bei Problempferden bewährt hat. Bei der Arbeit vom Boden aus bleiben Verspannungen und Gleichgewichtsstörungen durch das Reitergewicht aus, durch den T.Touch kann man Verspannungen erkennen und lösen. Dadurch bewegt sich das Pferd entspannter und in besserem Gleichgewicht.
Letztendlich trägt Bodenarbeit auch zur Sicherheit des Pferdes bei. Manche Pferde erschrecken gewaltig vor Wasserpfützen, Plastikplanen, etc. Solche Pferde kann man daheim spielerisch an die Gefahrenquellen gewöhnen.
Bodenarbeit ist also wirklich nützlich. Die Übungen, die man mit dem Pferd vom Boden aus erarbeiten kann, sind beinahe unbegrenzt. Jedes Pferd sollte aber zumindestens
Natürlich soll der Reiter auch auf dem Boden vom Pferd immer als ranghöher angesehen werden.
Zuerst muß man sich selber genau darüber klar sein, was man eigentlich will. Dabei muß man sich immer sicher sein, daß das Pferd das von ihm verlangte auch wirklich leisten kann. Man sollte Lektionen immer erst langsam aufbauen. Beispielsweise werde ich von meinem Pferd nicht verlangen können, unangebunden stehen zu bleiben, wenn es noch nicht einmal angebunden still steht. Wenn man also sein Ziel festgelegt hat und sich überlegt hat, was das Pferd schon kann und wie man es Schritt für Schritt zum Ziel führen kann, kann es los gehen.
Wir sind es gewohnt, durch absichtliche Signale wie Stimme und Hand (bzw. Gerte) dem Pferd zu zeigen, was wir von ihm wollen. Dabei lernt das Pferd durch Versuch und Belohnung oder durch das Beispiel eines erfahrenen Pferdes die Bedeutung unserer Worte zu verstehen. Die Bedeutung dieser Hilfen muß das Pferd allerdings immer erst lernen.
Auf unsere eigene Körpersprache, wie Mimik, Körperhaltung oder auch die räumliche Position reagiert das Pferd dagegen intuitiv. Oft ist dem Pferd unsere Körpersprache wohl viel bewußter als uns selbst. Deswegen müssen wir auf unsere Haltung und Gestik besonders achten.
Unsere eigene Position kann z.B. treibend wirken. Wenn wir direkt neben und auf Schulterhöhe des Pferdes laufen, wird das Pferd schneller laufen, da wir uns an der Grenze des Sehbereiches unseres Pferdes bewegen, was es instinktiv zur Flucht veranlaßt. Allerdings muß man jetzt aufpassen, das Pferd immer noch unter Kontrolle zu halten, indem man ihm z.B. ein paar beruhigende Worte zuflüstert.
Zum Rückwärtsrichten werden wir uns dagegen nicht neben oder hinter das Pferd stellen.
Es ist also nicht schwer, die richtige Position zu wählen, sobald man sich ein wenig Gedanken macht und über das Verhalten von Pferden einigermaßen Bescheid weiß.
Schwieriger ist es, Körperausdruck und -haltung auf das Pferd abzustimmen, da beides unbewußte Bewegungen sind und wir solche Bewegungen nur schwer beeinflußen können.
Auf das Pferd wirken aber gerade diese Bewegungen besonders stark.
Ein Pferd wird nie lernen, ruhig stehen zu bleiben, solange wir selber unruhig sind, genauso wenig wird es lernen, aufmerksam über Stangen zu gehen, wenn wir selber unachtsam über die Stangen schlürfen.
Für die Einübung der richtigen Körperhaltung kann mentales Training sehr nützlich sein. Beispielsweise kann man, wenn man mit dem Pferd ruhiges Stehen übt, die Augen schließen und sich vorstellen, unter einem mächtigen Baum zu sitzen - die Sonne spiegelt sich in seinen Blättern - seine Äste hängen schwer herunter - Bienen summen, ...
Wenn aber alle Versuche versagen und man einfach unruhig und verspannt ist, weil einem gerade " wirklich wichtigere Dinge" durch den Kopf gehen, sollte man lieber gar nicht mit dem Pferd arbeiten.
Nehmen wir aber jetzt einmal an, unser Pferd hat verstanden, was wir von ihm wollen und die Übung wunderbar ausgeführt. In diesem Fall sollten wir das Pferd kräftig loben und die "Stunde" beenden, um das Pferd auf jeden Fall mit einem positiven Lernergebniss wieder in den Stall bzw. die Koppel zu schicken.
Was man zuletzt gelernt hat, fällt einem schließlich auch als erstes wieder ein!
Einige Tips zum rechtzeitige Beenden einer übung.
Alles, was man vom Sattel aus machen kann, kann man auch vom Boden aus machen, und noch viel mehr!
Grob kann man die Bodenarbeit unterteilen in:
Zeitschriften:
Bücher: