Schneider: Das ist kein Vorwurf. Stimmt ja wirklich. Ich habe früher selbst gekifft, jetzt bin ich eigentlich dagegen.
Spiegel: Auch wenn Sie beim Schreiben nicht bekifft waren - die Story ist trotzdem reichlich wirr.
Schneider: Ich habe das Buch in zwei Monaten geschrieben. Jeden Tag habe ich eine Seite getippt, während ich gleichzeitig eine neue Platte aufgenommen habe, auf Tournee war und einen neuen Film im Gepäck hatte. Ich muß zugeben, an einigen Tagen war ich betrunken.
Spiegel: Ihr Werk trägt den Untertitel "Kommissar Schneiders letzter Fall". Wann hört der Kommissar auf?
Schneider: Das ist eine bewußte Irreführung. Es hätte der letzte Fall sein können. Aber wer weiß, ob er aufhört? Ich weiß es nicht.
Spiegel: Aber Sie sind doch der Autor?
Schneider: Ich weiß doch nicht als Autor, wie sich meine Geschichte entwickelt. Man sollte den Titel eines Buches erfinden, bevor man den Inhalt kennt. Der Inhalt ist ja auch teilweise Geheimsache, gerade wenn es um Kriminalistik geht.
Spiegel: Dem Kommissar gelingen ganz erstaunliche Dinge...
Schneider: Dafür ist er ja bekannt.
Spiegel: Er tarnt sich zum Beispiel als Hund. Wie funktioniert das?
Schneider: Tja, ich bin nicht befugt, darüber Auskunft zu erteilen. Ich weiß nur, daß er sich in einen Hund verwandelt hat. Das mußte ich als Chronist aufschreiben. Außerdem macht es mir Spaß zu sehen, daß so ein Scheiß-Buch tatsächlich im Laden steht.
Helge Schneider: "Das scharlachrote Kampfhuhn".
Kiepenheuer & Witsch; 114 Seiten; 14,80 Mark.