|
Enteisungswagen 732 001 |
|
| Radsatzanordnung | 2' 2' |
| Höchstgeschwindigkeit | 45 km/h |
| Dienstgewicht | 48 t |
| Fahrzeuglänge über Puffer | 23400 mm |
| größter Radstand | 17700 mm |
| größte Fahrzeughöhe | 3513 mm |
| größte Fahrzeugbreite | 2954 mm |
| Raddurchmesser, neu | 950 mm |
| Hersteller Wagenbau | Waggonfabrik Orenstein und Koppel, Berlin-Spandau |
| Hersteller Elektrischer Teil | Schaltbau GmbH München |
| Baujahr | 1959 |
| Umbau | 1989/90 |
| Beheimatung | RB Hamburg, Bh Hamburg-Ohlsdorf |
Allgemeines
Bei der Planung der Hamburger Gleichstrom-S-Bahn (1937-39) entschied man sich wegen der einfacheren Stromabnehmerkonstruktion und einiger in das Profil hineinreichender Straßenbrückenträger für eine seitlich bestrichene Stromschiene. Es hat sich gezeigt, daß sich bei entsprechenden Witterungsbedingungen aufgrund der Vereisungen der Stromschienen erhebliche Probleme ergeben, da selbst dünne Eisschichten wie Isolatoren wirken und eine Stromaufnahme unterbinden.
In der nächtlichen Betriebspause kann man die Stromschiene als elektrischen Widerstand schalten und das Eis abtauen; Während des Betriebes wird die Vereisung mit starken Stahlbürsten und einer chemischen Enteisungsflüssigkeit beseitigt.
Die für den Antrieb des Enteisungswagens benötigten zwei Kleinlok können für den Bedarfsfall mit Schneepflügen bestückt werden, die das Profil der Stromschienenanordnung berücksichtigen.
Historische Entwicklung
Der zur Ausmusterung vorgesehene 515 505 wurde am 30. Mai 1989 dem Bw Hamburg GSB zur Herrichtung eines Bahndienstwagens für die Enteisung der Stromschienen zugewiesen, nachdem die Instandhaltung der ehemaligen insgesamt 125 Meter langen Enteisungstriebzüge der Baureihe 730/731 wirtschaftlich nicht mehr zu vertreten war und die Abstellgleise nicht mehr in ausreichendem Umfang zur Verfügung standen.
Für die Auswahl dieses Fahrzeuges waren seine Verfügbarkeit, die notwendige Belastungsfähigkeit nach dem Ausbau der Batterien (maximal 18t Enteisungsflüssigkeit!) und die niedrige Bauhöhe entscheidend.
Nach dem Ausbau aller Antriebsbauteile und der gesamten Inneneinrichtung erhielt das Fahrzeug eine bahnamtliche Revision/Untersuchung und wurde in 732 001-3 umgezeichnet.
Zum Umbau gehörten der Verzicht auf die Mitteleinstiege und 12 Seitenfenster und die Installation der Enteisungseinrichtungen aus den ehemaligen Enteisungstriebzügen.
Allgemeine Beschreibung
Der EW 732 ist antriebslos und dient im Bedarfsfall zur Enteisung der Stromschienen der Hamburger S-Bahn. Zu diesem Zweck sind die Drehgestelle beidseitig mit isoliert angebrachten Geräteträgern (adaptierte, mit Druckluft betätigte und mit je zwei Sprühdüsen versehende Stromabnehmer) bestückt worden. Zur Gleisbettbenetzung bei extremen Flugschneeverhältnissen dient ein Sprühbalken an einer Stirnseite. Die Zuführung einer Enteisungsflüssigkeit erfolgt aus zwölf 1500 l-Kunststofftanks mittels einer druckluftangetriebenen Förderpumpe - plus einer ersatzweise vorhandenen Pumpe gleicher Funktion - über Magnetventile und diverser Absperrorgane.
Das elektrische Bordnetz wird von einer 110 V-Batterie (110 Ah) gespeist. Der Heizungsbetrieb der zwei Webasto-Heizgeräte erfolgt über vier parallelgeschaltete 24 V-Batterien (110 Ah). Im Bereitstellungsbetrieb des EW 732 werden die Batterien über Erhaltungsladungsgeräte gepuffert,
Die Druckluftversorgung erfolgt über die vorgenannten Lokomotiven, deren Zusatzausrüstung wiederum jeweils zwei isolierte Geräteträger mit Drahtbürstenbestückung pro Lok und für Schneepflüge umfaßt.
Stand: Oktober 1995
Robert Wagner, 6. Juni 1997