Der dreiteilige Triebzug ist eine Gemeinschaftskonstruktion
des Bundesbahn-Zentralamtes München mit den Firmen Maschinenfabrik
Augsburg-Nürnberg AG, Waggon- und Maschinenbau AG und mit
den Firmen AEG, BBC und SIEMENS AG.
Der Nahverkehrstriebzug ist für
den S-Bahn-Verkehr in Ballungsräumen bestimmt.
Hohe Anfahrbeschleunigung und die Möglichkeit zu raschem
Fahrgastwechsel sind für das Fahrzeug kennzeichnend.
Die Höchstgeschwindigkeit beträgt
120 km/h. Sie wird mit einer Anfahrbeschleunigung von 1,0 m/s2
von 0 bis 60 km/h und einer Reisebeschleunigung von 0,9 m/s2
in 43 s erreicht. Bei einem Haltestellenabstand von 2,7 km wird
eine Reisegeschwindigkeit von 65 km/h erzielt. Auf einen ansprechenden
Fahrkomfort ist besonders geachtet.
Der dreiteilige Triebzug, bestehend
aus dem bis auf das Traglastenabteil gleich ausgeführten
Endtriebwagen und dem Mitteltriebwagen, bildet die kleinste Zugeinheit.
Sie kann in Mehrfachtraktion zwei- und dreifach gekuppelt als
Triebwagenzug gefahren werden. Der Triebzug bietet 194 Sitzplätze,
davon 33 bzw. 17 1. Klasse. Er kann maximal bis zu 600 Personen
befördern.
Die Einstiege sind trittstufenlos. Die
Fußbodenhöhe ist mit 1000 mm bei besetztem Fahrzeug
so abgestimmt, daß Bahnsteige mit 950 mm und mit 760 mm
Höhe über SO bedient werden können. Eine pneumatische
Niveauregelung hält die Fußbodenhöhe etwa konstant.
Im Hinblick auf die kurzen Halteabstände
und Reisezeiten sowie die häufigen Zugfolgen im
S-Bahn-Verkehr enthält der Triebzug zugunsten
der Sitzplatzzahl keine Übergänge. Die Türen werden
zentral vom Führerstand aus geschlossen; sie sind während
der Fahrt unter Druckluft verschlossen und können am Bahnsteig
nach Seiten getrennt freigegeben werden. Bei Betätigen des
Türgriffes öffnen sie selbsttätig. Dem Kundendienst,
aber vor allem der schnellen und sicheren Betriebsführung
und Abfertigung dienen Lautsprecheranlagen für Innen- und
Außenansagen. Zugbahnfunk und automatische Fahr- und Bremssteuerung
ebenso wie induktive Zugsicherung und Sicherheitsfahrschaltung
sind vorhanden.
Die Mitteltriebwagen und bei den Zügen
ab 420 131ff. auch die Endwagen sind als Leichtmetallkonstruktion
zur Gewichtsersparnis ausgeführt.
Sämtliche 12 Achsen des Triebzuges werden angetrieben, aufgeteilt auf zwei voneinander unabhängige
Antriebsanlagen. Der Triebzug besitzt eine elektrische Widerstandsbremse mit elektropneumatischer Druckluft-Ergänzungsbremse, die
unter ca. 55 km/h wirksam wird und dann die abfallende elektrische Bremskraft entsprechend ergänzt. Die in den Bremswiderständen
erzeugte Wärme wird für die Luftheizung benutzt.
Die Zug- und Bremskraft wird elektronisch
geregelt. Die Fahrmotoren sind eigenbelüftete Mischstrommotoren
mit Reihen- und Fremderregung. Letztere wird ebenfalls über Thyristoren so geregelt, daß sie in ihrer Charakteristik
einer Reihenschaltung entspricht. Durch diese Gemischterregung wird eine hohe Sicherheit gegen Gleiten und Schleudern bei schlechten
Schienenzuständen erzielt. Durch die Verwendung von Halbleiterelementen ist die Zahl der bewegten Bauteile wesentlich vermindert. Die
Antriebsanlage ist unter dem Wagenfußboden, in den Führerständen und am Dach sowie in den Endwagen des Mitteltriebwagens untergebracht.
Um das geringe Gewicht des Mitteltriebwagens auszugleichen, wurden sie soweit wie möglich in den Mitteltriebwagen verlagert,
der nun u. a. die gesamte Hilfsbetriebe-Stromversorgung, die beiden Luftpresser und die Dachausrüstung enthält.
Von 1969 bis 1981 wurden 390 Triebzüge,
1991 nochmals 24 Triebzüge ausgeliefert.