Elektrischer Triebzug
Baureihe 420/421


420 425 im Bw München 4 (Dezember 1993)
© 1993 Robert Wagner.

TECHNISCHE DATEN

BR 420BR 421
Radsatzanordnung
Bo' Bo'
Größte zulässige Geschwindigkeit
120 km/h
Nennleistung
800 kW
Anfahrbeschleunigung (0-60 km/h)
1,0 m/s2
Reisebeschleunigung (0-120 km/h)
0,9 m/s2
größte Radsatzlast16 t
Dienstgewicht
420 001-420 130; 420 501-420 630
420 131-420 490; 420 631-420 989

49 t
44 t

41 t
41 t
Länge über Kupplungsebene23300 mm20800 mm
Steuerung
Thyristor-Anschnittssteuerung mit zwei unsymmetrisch halbgesteuerten Gleich richterbrücken in Folgeschaltung
Anzahl der Fahrmotoren44
Antriebsart
Tatzlagerantrieb mit Tatzrollenlagern und gefedertem Großrad
Bauart der Bremseinrichtungen
KE-P-A-E ( D )
Bremsgewicht
420 001-420 130; 420 501-420 630
420 131-420 490; 420 631-420 989

P 69 t
P 61 t

P 59 t
P 59 t
Gattung der FahrzeugeBAB
Anzahl der Sitzplätze
2. Klasse
1. Klasse

65

33 bzw. 17
33 bzw. 49
Baujahre
1.-6. Serie (420 001ff.)
7. Serie (420 400ff.)
8. Serie (420 424ff.)

ab 1969
ab 1991
ab 1992

FAHRZEUGE UND BEHEIMATUNGEN

420 001 - 420 155421 001 - 421 155420 501 - 420 655Bh München-Steinhausen
420 156421 156420 656Bh Frankfurt/Main 1
420 157 - 420 190421 157 - 421 190420 657 - 420 690Bh München-Steinhausen
420 191 - 420 193421 191 - 421 193 420 691 - 420 693 Bh Frankfurt/Main 1
420 194 - 420 195 421 194 - 421 195 420 694 - 420 695 Bh München-Steinhausen
420 196 - 420 209 421 196 - 421 209 420 696 - 420 709 Bh Frankfurt/Main 1
420 211 - 420 288 421 211 - 421 288 420 711 - 420 788 Bh Frankfurt/Main 1
420 289 - 420 290 421 289 - 421 290 420 789 - 420 790 Bh Düsseldorf
420 291 - 420 292 421 291 - 421 292 420 791 - 420 792 Bh Frankfurt/Main 1
420 293 421 293420 793 Bh Düsseldorf
420 294 - 420 301 421 294 - 421 301 420 794 - 420 801 Bh Frankfurt/Main 1
420 302 - 420 305 421 302 - 421 305 420 802 - 420 805 Bh Plochingen
420 306 - 420 308 421 306 - 421 308 420 808 Bh Düsseldorf
420 309 - 420 315 421 309 - 421 315 420 809 - 420 815 Bh Plochingen
420 316 421 316420 816 Bh Düsseldorf
420 317 - 420 320 421 317 - 421 320 420 817 - 420 820 Bh Plochingen
420 321 - 420 323 421 321 - 421 323 420 821 - 420 823 Bh Düsseldorf
420 324 - 420 390 421 324 - 421 390 420 824 - 420 890 Bh Plochingen
420 400 - 420 424 421 400 - 421 424 420 900 - 420 924 Bh Plochingen
420 425 - 420 489 421 425 - 421 489 420 925 - 420 989 Bh Plochingen

Der dreiteilige Triebzug ist eine Gemeinschaftskonstruktion des Bundesbahn-Zentralamtes München mit den Firmen Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg AG, Waggon- und Maschinenbau AG und mit den Firmen AEG, BBC und SIEMENS AG.

Der Nahverkehrstriebzug ist für den S-Bahn-Verkehr in Ballungsräumen bestimmt. Hohe Anfahrbeschleunigung und die Möglichkeit zu raschem Fahrgastwechsel sind für das Fahrzeug kennzeichnend.

Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 120 km/h. Sie wird mit einer Anfahrbeschleunigung von 1,0 m/s2 von 0 bis 60 km/h und einer Reisebeschleunigung von 0,9 m/s2 in 43 s erreicht. Bei einem Haltestellenabstand von 2,7 km wird eine Reisegeschwindigkeit von 65 km/h erzielt. Auf einen ansprechenden Fahrkomfort ist besonders geachtet.

Der dreiteilige Triebzug, bestehend aus dem bis auf das Traglastenabteil gleich ausgeführten Endtriebwagen und dem Mitteltriebwagen, bildet die kleinste Zugeinheit. Sie kann in Mehrfachtraktion zwei- und dreifach gekuppelt als Triebwagenzug gefahren werden. Der Triebzug bietet 194 Sitzplätze, davon 33 bzw. 17 1. Klasse. Er kann maximal bis zu 600 Personen befördern.

Die Einstiege sind trittstufenlos. Die Fußbodenhöhe ist mit 1000 mm bei besetztem Fahrzeug so abgestimmt, daß Bahnsteige mit 950 mm und mit 760 mm Höhe über SO bedient werden können. Eine pneumatische Niveauregelung hält die Fußbodenhöhe etwa konstant.

Im Hinblick auf die kurzen Halteabstände und Reisezeiten sowie die häufigen Zugfolgen im
S-Bahn-Verkehr enthält der Triebzug zugunsten der Sitzplatzzahl keine Übergänge. Die Türen werden zentral vom Führerstand aus geschlossen; sie sind während der Fahrt unter Druckluft verschlossen und können am Bahnsteig nach Seiten getrennt freigegeben werden. Bei Betätigen des Türgriffes öffnen sie selbsttätig. Dem Kundendienst, aber vor allem der schnellen und sicheren Betriebsführung und Abfertigung dienen Lautsprecheranlagen für Innen- und Außenansagen. Zugbahnfunk und automatische Fahr- und Bremssteuerung ebenso wie induktive Zugsicherung und Sicherheitsfahrschaltung sind vorhanden.

Die Mitteltriebwagen und bei den Zügen ab 420 131ff. auch die Endwagen sind als Leichtmetallkonstruktion zur Gewichtsersparnis ausgeführt.

Sämtliche 12 Achsen des Triebzuges werden angetrieben, aufgeteilt auf zwei voneinander unabhängige Antriebsanlagen. Der Triebzug besitzt eine elektrische Widerstandsbremse mit elektropneumatischer Druckluft-Ergänzungsbremse, die unter ca. 55 km/h wirksam wird und dann die abfallende elektrische Bremskraft entsprechend ergänzt. Die in den Bremswiderständen erzeugte Wärme wird für die Luftheizung benutzt.

Die Zug- und Bremskraft wird elektronisch geregelt. Die Fahrmotoren sind eigenbelüftete Mischstrommotoren mit Reihen- und Fremderregung. Letztere wird ebenfalls über Thyristoren so geregelt, daß sie in ihrer Charakteristik einer Reihenschaltung entspricht. Durch diese Gemischterregung wird eine hohe Sicherheit gegen Gleiten und Schleudern bei schlechten Schienenzuständen erzielt. Durch die Verwendung von Halbleiterelementen ist die Zahl der bewegten Bauteile wesentlich vermindert. Die Antriebsanlage ist unter dem Wagenfußboden, in den Führerständen und am Dach sowie in den Endwagen des Mitteltriebwagens untergebracht. Um das geringe Gewicht des Mitteltriebwagens auszugleichen, wurden sie soweit wie möglich in den Mitteltriebwagen verlagert, der nun u. a. die gesamte Hilfsbetriebe-Stromversorgung, die beiden Luftpresser und die Dachausrüstung enthält.

Von 1969 bis 1981 wurden 390 Triebzüge, 1991 nochmals 24 Triebzüge ausgeliefert.

Stand: Januar 1995


Robert Wagner, 11. März 1997
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