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Dieselhydraulische Lokomotive Baureihe 346/345 |
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Stand: Juni 1994
TECHNISCHE
DATEN
Radsatzanordnung D Treibraddurchmesser 1100 mm Länge über Puffer 10880 mm Gesamtachsstand 5600 mm Höchstgeschwindigkeit
im Rangiergang
im Streckengang
30 km/h
60 km/hAnfahrzugkraft 19,8/15 kN Dienstmasse (Reibungsgewicht) 60 t Bauart der Bremsen K-GPmZ Bremsgewichte P 56 t, G 45 t Fahrmotor MWJ 12 KVD 21 Leistung 478 kW Kraftstoffvorrat 2100l Sifa/Indusi ja/nein Indienststellung 1964-1982 Fahrzeuge 346 003 - 346 999 mit Lücken
Die Deutsche Reichsbahn hatte 1991 1103 Rangierlokomotiven der Baureihen 345/346 in ihrem Bestand. Lokomotiven gleicher oder sehr ähnlicher Bauart laufen daneben
in großen Stückzahlen bei Industriebahnen der neuen Bundesländer und Südosteuropas. Gebaut wurden sie zwischen
1959 und 1964 vom Lokomotivbau "Karl Marx" in Babelsberg (LKM) [55t-Maschinen/345] und dann, konstruktiv überarbeitet,
bis 1982 in den Hennigsdorfer Lokomotivbau - Elektrotechnischen Werken (LEW) [60t-Maschinen/346). Bis 1970 wurden sie bei der Deutschen Reichsbahn unter der Baureihenbezeichnung V 6010
geführt.
Die 345/346 ist eine vierachsige dieselhydraulische Lokomotive mit Mittelführerstand. Im vorderen, längeren Vorbau haben Dieselmotor, Abgas - und Kühlanlage
sowie einige Hilfsbetriebe wie Lichtanlaßmaschine, Lüftergenerator und Luftverdichter ihren Platz. Im hinteren Vorbau sind Kraftstoffbehälter,
Hauptluftbehälter und Batteriekästen untergebracht, die Getriebe sind unter dem Führerstand angeordnet. An beiden Stirnseiten befinden sich rechts und links große Rangiertritte. Sie liegen sehr tief, sind eingezogen und durch Bleche sowie Geländer
geschützt.
Der geschweißte Blechrahmen trägt alle Aggregate und die gummigelagerten Aufbauten. Ein wassergekühlter Zwölfzylinder V-Motor vom Typ 12 KVD 21 treibt über Verteilergetriebe, Strömungsgetriebe
und ein nachgeschaltetes mechanisches Wende- und Umschaltgetriebe eine Blindwelle an; Kuppelstangen übertragen die Kraft auf die Achsen. Über das genannte mechanische Getriebe wird zum einen der Fahrtrichtungswechsel und zum anderen das Schalten von
Rangiergang (große Zugkraft bei geringer Geschwindigkeit) und Streckengang (geringere Zugkraft bei höherer Geschwindigkeit) besorgt.
Neben Innenrahmen und Stangenantrieb übernahmen die Schöpfer der V 6010 ein weiteres interessantes Konstruktionsmerkmal aus der Dampflokomotivära.
Sie verbanden den 1. Kuppelradsatz mit dem 2. und den 3. mit dem 4. über sogenannte Beugniot-Hebel. Die jeweils vorauslaufende der beiden Achsen lenkt bei Unebenheiten und in Bögen die nachfolgende vertikal bzw. horizontal an. Dadurch ergeben sich
gute Laufeigenschaften.
Der Führerstand ist so gebaut, daß der Lokomotivführer sowohl links als auch rechts Platz nehmen und von dort aus alle Bedienhandlungen ausführen kann.
Robert Wagner, 11. März 1997