Dieselhydraulische Lokomotive
Baureihe 346/345


346 437 im Sommer 1994 im Bw Halle G.
© 1996 Robert Wagner.

TECHNISCHE DATEN

Radsatzanordnung D
Treibraddurchmesser1100 mm
Länge über Puffer10880 mm
Gesamtachsstand5600 mm
Höchstgeschwindigkeit
im Rangiergang
im Streckengang


30 km/h
60 km/h
Anfahrzugkraft19,8/15 kN
Dienstmasse (Reibungsgewicht)60 t
Bauart der BremsenK-GPmZ
BremsgewichteP 56 t, G 45 t
FahrmotorMWJ 12 KVD 21
Leistung478 kW
Kraftstoffvorrat2100l
Sifa/Indusija/nein
Indienststellung1964-1982
Fahrzeuge346 003 - 346 999 mit Lücken

Die Deutsche Reichsbahn hatte 1991 1103 Rangierlokomotiven der Baureihen 345/346 in ihrem Bestand. Lokomotiven gleicher oder sehr ähnlicher Bauart laufen daneben in großen Stückzahlen bei Industriebahnen der neuen Bundesländer und Südosteuropas. Gebaut wurden sie zwischen 1959 und 1964 vom Lokomotivbau "Karl Marx" in Babelsberg (LKM) [55t-Maschinen/345] und dann, konstruktiv überarbeitet, bis 1982 in den Hennigsdorfer Lokomotivbau - Elektrotechnischen Werken (LEW) [60t-Maschinen/346). Bis 1970 wurden sie bei der Deutschen Reichsbahn unter der Baureihenbezeichnung V 6010 geführt.
Die 345/346 ist eine vierachsige dieselhydraulische Lokomotive mit Mittelführerstand. Im vorderen, längeren Vorbau haben Dieselmotor, Abgas - und Kühlanlage sowie einige Hilfsbetriebe wie Lichtanlaßmaschine, Lüftergenerator und Luftverdichter ihren Platz. Im hinteren Vorbau sind Kraftstoffbehälter, Hauptluftbehälter und Batteriekästen untergebracht, die Getriebe sind unter dem Führerstand angeordnet. An beiden Stirnseiten befinden sich rechts und links große Rangiertritte. Sie liegen sehr tief, sind eingezogen und durch Bleche sowie Geländer geschützt.
Der geschweißte Blechrahmen trägt alle Aggregate und die gummigelagerten Aufbauten. Ein wassergekühlter Zwölfzylinder V-Motor vom Typ 12 KVD 21 treibt über Verteilergetriebe, Strömungsgetriebe und ein nachgeschaltetes mechanisches Wende- und Umschaltgetriebe eine Blindwelle an; Kuppelstangen übertragen die Kraft auf die Achsen. Über das genannte mechanische Getriebe wird zum einen der Fahrtrichtungswechsel und zum anderen das Schalten von Rangiergang (große Zugkraft bei geringer Geschwindigkeit) und Streckengang (geringere Zugkraft bei höherer Geschwindigkeit) besorgt.
Neben Innenrahmen und Stangenantrieb übernahmen die Schöpfer der V 6010 ein weiteres interessantes Konstruktionsmerkmal aus der Dampflokomotivära. Sie verbanden den 1. Kuppelradsatz mit dem 2. und den 3. mit dem 4. über sogenannte Beugniot-Hebel. Die jeweils vorauslaufende der beiden Achsen lenkt bei Unebenheiten und in Bögen die nachfolgende vertikal bzw. horizontal an. Dadurch ergeben sich gute Laufeigenschaften.
Der Führerstand ist so gebaut, daß der Lokomotivführer sowohl links als auch rechts Platz nehmen und von dort aus alle Bedienhandlungen ausführen kann.

Stand: Juni 1994


Robert Wagner, 11. März 1997
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