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Elektrische Mehrfrequenzlokomotive Baureihe 184 |
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Am 25. Oktober 1966 kamen die fünf elektrischen Viersystemlokomotiven der BR E410 (ab 1968: 184),
die bei Krupp gebaut wurden, zur Deutschen Bundesbahn. Sie waren neben der Verwendung im deutschen (15 kV, 16 2/3
Hz) und französischen Wechselstromsystem (25 kV, 50 Hz) auch für den Einsatz im belgischen (3 kV) und niederländischen
(1,5 kV) Gleichstromnetz verwendbar. Drei der Loks, 184 001-003, wurden im Gleichstromteil von der AEG ausgerüstet, während
184 111 und 112 diese elektrische Ausrüstung von der BBC erhielten. Die BBC-Maschinen wurden im Gleichstrombetrieb direkt
aus dem Netz gespeist, während die AEG-Lokomotiven ihre Energie über zwei Wechselrichtergruppen erhielten. Der Gleichstromteil
erwies sich jedoch als so störanfällig, daß die Loks in Zweifrequenzlokomtiven zurückgebaut wurden und jetzt
der Baureihe 181.0-1 entsprechen.
Der Brückenrahmen ist als selbsttragende
Schweißkonstruktion ausgeführt und wurde für den
Einbau einer automatischen Mittelkupplung vorbereitet. Der Kastenaufbau
ist fünfteilig, wobei die beiden Führerstände mit
dem Rahmen verschweißt und die drei Hauben des Maschinenraumes,
die gegeneinander mit Gummiprofilleisten verbunden sind, mit dem
Rahmen verschraubt sind. Alle Loks sind mit Einholm-Stromabnehmern
der Bauart SBS 66 ausgerüstet. Die Dauerleistung des ölgekühlten
und fremdbelüfteten Transformators beträgt 2900 kVA.
Erstmals wurde bei der BR 184 eine stufenlose Anschnittssteuerung über zwei steuerbare Thyristor-Gleichrichter benutzt, da die bisherigen Fahrmotoren für 16 2/3 Hz auch
zum Betrieb mit 50 Hz und mit Gleichspannung durch besonders angepaßte Gleichstrommotoren, sogenannte "Mischstrommotoren",
ausgelegt werden mußten. Die Funktionen "Gleichrichten" und "Spannungssteuerung" konnten in Kombination mit
über Thyristoren steuerbare Gleichrichter vereinigt werden, wodurch auf mechanische Schaltwerke verzichtet werden konnte und bei den Fahrmotoren eine absolut stetig, stufenlose und sehr schnelle elektronische Regelung von Zugkraft und Geschwindigkeit erreicht wurde. Traktionstechnische Vorteile waren vor allem ein sehr guter Kraftschluß zwischen Rad und Schiene, allerdings wird das speisende Netz bei der Steuerung über Thyristoren mit "Phasenschnitt" mit Oberwellen und zu hoher Blindleistung belastet (die 184er sollen dadurch die belgische Signalsteuerung gestört haben).
Alle fünf Loks wurden in blauer Lackierung ausgeliefert, später wurden zumindest 184 002 und 003 in türkis-beige umlackiert. Alle 184er wurden (und
werden) im AW Opladen gewartet. Zunächst wurden die Maschinen hauptsächlich im grenzüberschreitenden Verkehr zwischen Köln und Liege (Lüttich/Belgien) eingesetzt (hier werden
die Schnellzüge heute mit den belgischen Reihen 16 und 18 bespannt). Zwischen 1969 und 1974 zogen sie TEE-, Schnell- und
Güterzüge zwischen Deutschland und Belgien sowie Frankreich. Nachdem der Gleichstromteil außer Betrieb genommen war,
wurden die Loks nach Saarbrücken umbeheimatet, wo auch die BR 181 stationiert ist. 1981 wurde die BBC-Maschine 184 111 ausgemustert,
ihre Schwester 184 112 folgte 1983. Die drei übrigen Loks wurden in einem dreitägigen Umlauf hauptsächlich vor
Güterzügen von Ehrang nach Apach (Frankreich) eingesetzt, wobei teilweise auch Wasserbillig (Luxemburg) erreicht wurde.
Wenige Personenleistungen fanden nur an bestimmten Wochentagen statt. Da die Maschinen immer sehr störanfällig waren,
fanden in ihrem Umlauf häufig Saarbrücker 181.2 oder Trierer 215 Einsatz.
Am 10.12.93 wurde 184 001 ausgemustert, 184 002 folgte am 30.11.94. 184 003 hat am 1.12.94 in Opladen eine weitere Hauptuntersuchung erhalten und steht weiterhin (als
einzige 184) im Dienst.
Stand: Oktober 1996
TECHNISCHE
DATEN
Radsatzanordnung Bo' Bo' Treibraddurchmesser 1250 mm Länge über Puffer 16950 mm Drehgestellmittenabstand 9000 mm Dienstmasse 84 t (lt. Fahrzeuganschrift 86 t) maximale Achslast 206 kN Stromsysteme 15 kV, 16 2/3 Hz/25 kV, 50 Hz (Gleichstrom 1.5 kV/Gleichstrom 3 kV) Art des Antriebes Gummiring-Kardan Stundenleistung bei 88,5 km/h 3240 kW Dauerleistung bei 90 km/h 3000 kW Leistungkennziffer 38,2 kW/t größte zulässlige Geschwindigkeit 150 km/h größte zulässige Anfahrzugkraft 274,7 kN Stundenzugkraft 131,5 kN Dauerzugkraft 115,8 kN Steuerung stufenlose Thyristorsteuerung Transformator 2900 kVA, OFU Bauart der Bremsen KE-GPR EmZ R+E 160t
P+E 140t
R 115 t
P 76 t
G 60 t70-100 mm
UIC-Raster Frankreich, Luxemburg Isolierung PVC Baujahr 1965 Revisionsdaten REV KOPLX 3.12.94 Beheimatung GB Traktion Saarbrücken
(Text von Eike Belgardt)
Robert Wagner, 11. März 1997