Elektrische Lokomotive
Baureihe 171


TECHNISCHE DATEN


Radsatzanordnung

Co' Co'

Stundenleistung bei 41 km/h

3660 kW

größte zulässige Geschwindigkeit

80 km/h

größte Anfahrzugkraft

373 kN

Zugkraft bei Stundenleistung

316 kN

Fahrmotoren

6 Tatzlagermotoren

Dienstgewicht

123 t

Bauart der Bremsen

K-GPmZ

Bremsgewichte

P 159 t, G 127 t

Bremsgewichte über 40%o

P 120 t, G 99 t

 

Bremsgewicht 60 t für die Beförderung als

 

Wagen in Güterzügen

· Dauerleistung der elektrischen Bremse

800 kW

Länge über Puffer

18640 mm

Drehzapfenabstand

9800 mm

Drehgestellradstand

4450 mm

Treibraddurchmesser

1350 mm

Stromsystem

25 kV, 50 Hz

Indienststellung

ab 1965

Hersteller

LEW Hennigsdorf

Beheimatung

Bw Halberstadt, Est Blankenburg

 

ELEKTRISCHE LOKOMOTIVE BR 171

Wegen der besonderen Bedeutung der Kalksteinbrüche in Rübeland im Zentralharz für die chemische Industrie der DDR wurde die steile Strecke Blankenburg (Harz) - Tanne begradigt, bis Königshütte verkürzt und elektrifiziert. Es entstand 1962 ein elektrifizierter Inselbetrieb, dessen Energieversorgung nur aus dem Landesnetz kommen konnte. Geeignete Frequenzumformer konnte die Deutsche Reichsbahn nicht erhalten, und so wurde der 50-Hz-Einphasenstrom angewandt.

Die DR bestellte in Hennigsdorf 15 Lokomotiven, die auf der Strecke Hennigsdorf - Wustermark Rbf erprobt und von 1966 an auf der Rübelandbahn Meßfahrten unterzogen wurden. Festgelegt wurden danach maximal 300 Tonnen Zugmasse bei der Bergfahrt.

Die Drehgestellrahmen, abgefedert über Blattfedern und Silentbuchsen, sind geschweißte Kastenkonstruktionen. Jedes Drehgestell besitzt einen Bremszylinder mit Gestängeübertragung auf die Bremsklötze. Für die gute Bogenläufigkeit sind die Spurkränze der mittleren Treibachsen geschwächt und der Achsstand unsymmetrisch angeordnet. Auf die Drehgestelle wird über vier Federtöpfe der geschweißte Oberrahmen mit den üblichen Längs-, Quer- und Hilfsträgern gestützt. Üblich sind auch die Stromabnehmer, Hauptschalter usw. konstruiert. Als die Lokomotiven entwickelt wurden, standen bereits die Erkenntnisse der Halbleitertechnik zur Verfügung, so daß Fahrmotore verwendet werden konnten, die weitgehend dem

Gleichstrommotor entsprechen. Die ungesteuerte Brückenschaltung liefert eine stark pulsierende Gleichspannung, die einen gleichfalls pulsierenden Gleichstrom zur Folge hat. Dadurch tritt ein Mischstrom aus Gleichstrom mit überlagertem Wechselstrom auf. Es entstand ein Wellenstrommotor ohne die schlechten Wirkungen, die Einphasenwechselstrommotore im 60-Promille-Steilstreckenbetrieb zeigen würden.

Über eine Fahrwalze sind 34 Fahr- und 34 Bremsstufen ansteuerbar. Zum Bremsen stehen die indirekt wirkende Einkammerdruckluftbremse, die direkt wirkende Zusatzbremse und die elektrische Widerstandsbremse zur Verfügung.

Stand: Dezember 1996

Robert Wagner, 21. Oktober 1998
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