Elektrische Lokomotive
Baureihe 155

155 234 frischlackiert im Juni 1996 in München Hbf.
© 1996 Robert Wagner

TECHNISCHE DATEN

AchsfolgeCo' Co'
Treibraddurchmesser1250 mm
Nennleistung5100 kW
Stundenleistung bei 100 km/h5400 kW
größte zulässige Geschwindigkeit125 km/h
Dienstmasse123 t
Länge über Puffer19600 mm
Innenradstand11200 mm
Drehgestellradstand4500 mm
Bauart der BremsenKE-GPR m. Z. el. W. / KE-GPR+E-mZ
BremsgewichteR 143 t

P 124 t

G 106 t/108 t

Fahrzeuge 270

BEHEIMATUNGEN

Halle P, Elsterwerda, Chemnitz, Leipzig West, Reichenbach, Seddin, Falkenberg, Cottbus, Senftenberg, Riesa, Hoyerswerda, Weißenfels, Dresden, Nürnberg Rbf, Mannheim


1964 wurde von der Deutschen Reichsbahn bei dem VEB Lokomotivbau-Elektrotechnische Werke "Hans Beimler" Hennigsdorf eine Co' Co'-Lokomotive von 4800 kW bestellt. Sie ist in der Lage, 3000-t-Züge mit 95 km/h in der Ebene und 1800-Tonnen-Züge mit 95 km/h auf fünf Promille Steigung zu fördern. Bereits 1974 wurden drei Musterlokomotiven in Betrieb genommen und von 1977 an in Serie geliefert. Mit ihnen erhielt die DR erstmals vollelektronische Lokomotiven, die bereits durch ihr Äußeres auffielen. Denn das Amt für industrielle Formgebung hatte mitgewirkt und das Aussehen mitbestimmt: flache, um 40 Grad geneigte Übergänge von der Seitenwand zum Dach. Ähnlich die Übergänge von den Seiten- zu den Stirnwänden, auffällig das durchgehende Band des großflächigen Lüftergitters. Die Stirnwände sind um fünf Grad zur Vertikalen geneigt.

Der Zutritt zu den thermo- und lärmgeschützten Endführerständen ist nur durch den Maschinenraum möglich. Der Drehgestellrahmen hat kastenförmige Längs- und Endquerträger sowie einen Hilfsquerträger für die Abstützung des mittleren Fahrmotors und einen mittleren Hauptquerträger für das Drehzapfenlager. Die Endachsen besitzen hydraulische Stoßdämpfer, die Radsätze haben Scheibenräder, der mittlere Radsatz ist seitenverschiebbar, und der jeweils vorauslaufende Radsatz wird spurkranzgeschmiert.

Die Lokomotiven besitzen eine fahrleitungsabhängige elektrische Widerstandsbremse (alle Fahrmotoren sind dazu in Reihe geschaltet), die sich für Gefällestrecken als auch für jede Verzögerungsbremsung bis etwa 30 km/h nutzen läßt. Die Geschwindigkeit eines Güterzuges von 1800 Tonnen Masse kann im 10-Promille-Gefälle allein durch die elektrische Bremse auf 40 km/h vermindert werden.

Die Fahrmotoren sind fremdbelüftete, 16polige Reihenschlußmotoren mit Wendefeld- und Kompensationswicklung. Mit dem Fahrschalterhandrad ist die Vorwahl der Fahrstufen von 1 bis 30 möglich, ein 30stufiger Wähler in Verbindung mit einem Thyristorsteller steuert die Leistung der Lokomotive. Die Nennspannung der Fahrmotoren wird bei voller Aussteuerung der Fahrstufe 27 erreicht. Die drei anderen Stufen sind die Reserve für Fahrleitungsunterspannung. Zahlreiche Einrichtungen wurden weiterentwickelt vom Triebwagen der Baureihe 280 übernommen, der nur kurze Zeit eingesetzt war. Die Baureihe 250 fährt unter der Baureihenbezeichnung 155.

Stand: August 1996


Robert Wagner, 11. März 1997
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