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Elektrische Lokomotive Baureihe 155 |
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155 234 frischlackiert im Juni 1996 in München Hbf.
P 124 t G 106 t/108 t
Der Zutritt zu den thermo- und
lärmgeschützten Endführerständen ist nur durch
den Maschinenraum möglich. Der Drehgestellrahmen hat kastenförmige
Längs- und Endquerträger sowie einen Hilfsquerträger
für die Abstützung des mittleren Fahrmotors und einen
mittleren Hauptquerträger für das Drehzapfenlager. Die
Endachsen besitzen hydraulische Stoßdämpfer, die Radsätze
haben Scheibenräder, der mittlere Radsatz ist seitenverschiebbar,
und der jeweils vorauslaufende Radsatz wird spurkranzgeschmiert.
Die Lokomotiven besitzen eine fahrleitungsabhängige
elektrische Widerstandsbremse (alle Fahrmotoren sind dazu in Reihe
geschaltet), die sich für Gefällestrecken als auch für
jede Verzögerungsbremsung bis etwa 30 km/h nutzen läßt.
Die Geschwindigkeit eines Güterzuges von 1800 Tonnen Masse
kann im 10-Promille-Gefälle allein durch die elektrische
Bremse auf 40 km/h vermindert werden.
Die Fahrmotoren sind fremdbelüftete, 16polige Reihenschlußmotoren mit Wendefeld- und Kompensationswicklung. Mit dem Fahrschalterhandrad ist die Vorwahl der Fahrstufen von 1 bis 30 möglich, ein 30stufiger Wähler in Verbindung mit einem Thyristorsteller steuert die Leistung der Lokomotive.
Die Nennspannung der Fahrmotoren wird bei voller Aussteuerung der Fahrstufe 27 erreicht. Die drei anderen Stufen sind die Reserve für Fahrleitungsunterspannung. Zahlreiche Einrichtungen wurden weiterentwickelt vom Triebwagen der Baureihe 280 übernommen,
der nur kurze Zeit eingesetzt war. Die Baureihe 250 fährt unter der Baureihenbezeichnung 155.
Stand: August 1996
TECHNISCHE
DATEN
Achsfolge Co' Co' Treibraddurchmesser 1250 mm Nennleistung 5100 kW Stundenleistung bei 100 km/h 5400 kW größte zulässige Geschwindigkeit 125 km/h Dienstmasse 123 t Länge über Puffer 19600 mm Innenradstand 11200 mm Drehgestellradstand 4500 mm Bauart der Bremsen KE-GPR m. Z. el. W. / KE-GPR+E-mZ Bremsgewichte R 143 t Fahrzeuge
270
BEHEIMATUNGEN
Halle P, Elsterwerda, Chemnitz, Leipzig West, Reichenbach, Seddin, Falkenberg, Cottbus, Senftenberg, Riesa, Hoyerswerda, Weißenfels, Dresden, Nürnberg Rbf, Mannheim
1964 wurde von der Deutschen Reichsbahn
bei dem VEB Lokomotivbau-Elektrotechnische Werke "Hans Beimler"
Hennigsdorf eine Co' Co'-Lokomotive von 4800 kW bestellt. Sie
ist in der Lage, 3000-t-Züge mit 95 km/h in der Ebene und
1800-Tonnen-Züge mit 95 km/h auf fünf Promille Steigung
zu fördern. Bereits 1974 wurden drei Musterlokomotiven in
Betrieb genommen und von 1977 an in Serie geliefert. Mit ihnen erhielt die DR erstmals vollelektronische Lokomotiven, die bereits durch ihr Äußeres auffielen. Denn das Amt für industrielle Formgebung hatte mitgewirkt und das Aussehen mitbestimmt: flache, um 40 Grad geneigte Übergänge von der Seitenwand zum Dach. Ähnlich die Übergänge von den Seiten- zu den Stirnwänden, auffällig das durchgehende Band des großflächigen Lüftergitters. Die Stirnwände sind um fünf Grad zur Vertikalen geneigt.
Robert Wagner, 11. März 1997